Meine Mama wurde am 27. Dezember 1928 als Lieselotte von Bargen in Horneburg an der Elbe geboren. Als Kriegskind ließen sie bis zu ihrem Sterbetag am 28. Januar 2008 zahlreiche Eindrücke und Erlebnisse in den schweren Zeiten bis 1945 nicht los - wie beispielsweise die Bombenangriffe auf das nahe gelegene Hamburg. Dennoch hat Mama auch immer wieder von unzähligen glücklichen und normalen Momenten ihrer Kindheit und Jugendzeit berichtet. An der Seite ihrer drei Brüder hat sie so manche Streiche ausgeheckt.
Über Mama
Das Licht des Lebens ist erloschen,
doch längst wurde in einer herrlichen Welt
ein neues Feuer entfacht.
Es wird strahlen, voll Wärme und Liebe,
jetzt und in alle Ewigkeit.
Für Freunde und Verwandte war Mama einfach die Lotti. Ihr Lachen hat jeden Raum erhellt. Wo auch immer ich im Laufe der Jahrzehnte mit meiner Mutter aufgetaucht bin, kamen die Leute direkt auf sie zu. Auf der Straße, auf Veranstaltungen und beim Einkaufen konnten wir selten mehr als zwei Meter am Stück laufen ohne auf Bekannte von meiner beliebten Mama zu treffen. Und wenn sie fremd war, fand sie immer schnell jemanden zum Quatschen. Eines ihrer Lieblingsbeshcäftigungen.
An dieser Stelle muss ich direkt schmunzeln. Da gibt es eine ganz besondere und bezeichnende Anekdote: Mein Mann Detlef und ich leben im Rhein-Sieg-Kreis und meine Mama hat uns 2004 ca. eine Woche besucht. In der Kölner Innenstadt fand ein Radrennen statt, auf dem wir die Eltern meines Lebenspartners vermuteten und überraschen wollten. Nach ewig langer Parkplatzsuche stiegen wir alle drei aus, Detlef und ich gingen ein paar Schritte vor - da Mama nicht so gut zu Fuß war. Nach ein paar Metern drehten wir uns um. Mama war nicht mehr hinter uns - wo war sie? Wir sahen uns fragend an, guckten in die Menge. Da stand Mama tatswahrhaftig mit einer Frau zusammen - und unterhielt sich anregend. Wir dachten "nein, jetzt hat sie tatsächlich eine Bekannte getroffen" ... Mitnichten - sie kannte die Gesprächspartnerin nicht und die zwei quatschten und quatschten und quatschten ... Detlefs Eltern standen nur 50 Meter entfernt. Wir brauchten über eine halbe Stunde für den kurzen Weg. So war Mama - immer zu einem Schwätzchen aufgelegt *grins* ... Bei Rolf und Erna angekommen, ging das Plaudern weiter!


Mama mit meiner
Schwiegermutter Erna
bei einem kleinen Plausch
Nicht nur ihre Kontaktfreudigkeit hat Mama ausgemacht. Sie war vielseitig interessiert. In Geschichte und Geografie konnte ihr keiner etwas vormachen. Sie war in der Lage, so gut wie jede Frage zu beantworten. Auch in kultureller Hinsicht hat sie ihre Neugier nie verloren. Besonders Museen, Kunstausstellungen und alte deutsche Städte hatten es ihr angetan. Mama hat vor allem klassische Musik geliebt. Helmut Lotti und Ivan Rebroff waren zwei ihrer Lieblingssänger.
Außerdem kannte sich meine Mutter in der Welt der Pflanzen und Blumen gut aus. Als schönes Erlebnis habe ich einen Besuch im Rhododendronpark in Westerstede in Erinnerung. Mama konnte sich kaum satt sehen an der Blütenpracht.
Ihre eigenen Gärten blühten im Sommer in den schillerndsten Farben der Natur. Auf einer Extra-Seite findet ihr Bilder von unserer Hobbygärtnerin. Bei Wind und Wetter, im Sommer oft schon in den frühen Morgenstunden sah man sie graben, pflanzen, wässern und Unkraut entfernen. Sie hat es einfach geliebt, mit den Händen zu arbeiten.
Das tat Mama auch dann, wenn sie nicht im Garten war. In ihrer Hobbyhütte ging sie ihrer nächsten Leidenschaft nach - Tiffany! Aus Glas zauberte sie in filigraner Feinarbeit wunderschöne Fensterbilder, Lampen und andere Deko-Artikel. Auf der Seite "Mamas Hobbies" könnt ihr die Werke bestaunen.
Als künstlerisches Allround-Talent hatte Mama ein Faible für FIMO-Schmuck, Keramik, Holzarbeiten, Salzteig, Seidenmalerei, Puppen machen, Porzellanmalerei, Kerzengießen,Drachen bauen und und und ... ihre kreative Ader kannte keine Grenzen.


Als Kind eines Konditors war Mama außerdem eine ausgezeichnete Bäckerin. Ihr Schlesischer Käsekuchen wird ebenso wie sie unvergessen bleiben. Es war meiner Mama immer ein Bedürfnis, Kekse und Kuchen zu zaubern, wenn sich Besuch angemeldet hat. Es duftete jedes Mal wie in einer Backstube. Wie viele andere kleine Dinge wird mich auch dieser Duft immer an sie erinnern.
Ungeschlagen war Mama auch als Köchin. Zarte Rouladen, Schlesischer Sauerbraten und ihr pikantes Gulasch waren nicht nur die Lieblingsgerichte meinen Vaters, den wir nun auch schon seit über 15 Jahren vermissen. Ich persönlich koche inzwischen nach ihren Rezepten - ganz besonders mag ich den selbstgemachten Rotkohl.
Zutaten für Mamas Käsekuchen
Teig
150 Gramm Mehl
65 Gramm Margarine
65 Gramm Zucker
1 Ei
½ Teelöffel Backpulver
1 Päckchen Vanillezucker
Füllung
125 Gramm Margarine
300 Gramm Zucker
3 Eier
1 Päckchen Vanillepudding-Pulver (Dr. Oetker)
2 Päckchen Vanillezucker
½ Teelöffel Backpulver
2 unbehandelte Zitronen
1000 Gramm Quark (2x 500 Gramm-Packungen)
1 Päckchen gehackte! Mandeln (125 Gramm)
1 Päckchen gehackte! Haselnüsse (125 Gramm)
Zubereitung Teig: Mehl, Margarine, Zucker, Backpulver, Vanillezucker und Ei in eine Schüssel geben und vermengen
- geht am Besten mit der Hand. Es entsteht eine gut zu verarbeitende Knetmasse. Diese wird anschließend in einer gut eingefetteten und mit Mehl bestäubten runden Kuchenform verteilt. Boden und Rand sollten gleichmäßig dick sein.
Zubereitung Füllung: Margarine, Zucker und Eier in einer Schüssel zu einer schaumigen Masse schlagen. Vanillepudding-Pulver, Backpulver und Vanillezucker dazugeben. Jetzt die zwei Zitronen kräftig an der Küchenreibe auf und ab bewegen, um dann die aromatische Schale mit in den Teig zu geben. Anschließend den Quark unterrühren. Letzter Schritt ist das Hineinstreuen der Mandeln und Haselnüsse. Ruhig rühren, damit sie sich gleichmäßig im Teig verteilen. Nun einfach in die Kuchenform einfüllen und ein wenig die Oberfläche glatt streichen. Und das Ausschlecken der Schüssel nicht vergessen ;-) …
Ab mit der gut gefüllten Kuchenform in den auf 175 º C vorgeheizten Ofen und nach einer Stunde ist der leckerste Käsekuchen der Welt fertig. Abkühlen lassen und dann heißt es nur noch
GUTEN APPETIT!!!






Fast 50 Jahre war Mama mit meinem Papa Hans-Joachim verheiratet. Sie haben gute und auch schwere Zeiten durchgemacht. Am 17. August 1993 starb mein Vater - ebenfalls an Krebs. Egal, welche Probleme es auch gegeben hat in der Vergangenheit , eines war immer klar: meine Eltern haben sich geliebt. Jetzt sind sie wieder vereint. Und ich weiß, dass Papa gut auf Mama aufpassen wird in der anderen Welt. Im Fotoalbum findet ihr Bilder über unser Familienleben. Es wird nach und nach ergänzt werden - wie auch die übrigen Seiten dieser Homepage.