Bewahre mir ein Erinnern
wie einen Lebenskuss.
So bleibe ich in der Nähe,
auch wenn ich gehen muss.
Erzähl von mir mit Lachen
so waren wir ja einst.
Erzähl die tollsten Sachen,
auch wenn Du nachher weinst
Zeit für Erinnerungen
Als ich ungefähr 15 Jahre alt war, hat Mama mich das erste Mal hinter das Steuer ihres Autos gelassen. Papa startete und landete nebenan seine Modellflugzeuge. Auf dem großen Segelflugplatz in Surwold trat ich das Gaspedal - selbstverständlich nur, wenn kein Flugbetrieb herrschte. Aber nicht ohne lange Erklärungen von meiner Mutter zu jedem einzelnen Hebel und Knopf. Meine ersten Versuche, zu starten, endeteten mit einem "Plopp" - natürlich abgesoffen. Ich war zu zaghaft mit dem Gaspedal. Doch dank meiner Mama und ihrer unendlichen Geduld klappte es schnell besser. Ich war ein Naturtalent und es hat riesigen Spaß gemacht. Fast jedes Wochenende lernte ich Neues dazu. Als Einparkhilfen dienten vier alte Autoreifen. Später - so mit 17 - ließ sie mich sogar auf den wenig befahrenen Landwirtscshaftswegen rund um Papenburg üben. Zu Beginn meiner Fahrschulzeit wusste ich schon wesentlich besser über die Regeln im Straßenverkehr Bescheid als alle anderen. Bis heute fahre ich unfallfrei.Mama war also eine erstklassige "Lehrerin".

In dem Moment, in dem man erkennt,
dass den Menschen, den man liebt,
die Kraft zu Leben verlässt,
…wird alles still.
Niemals mehr kannst du
ihn um Rat fragen,
nie mehr mit ihm lachen.
Hier fehlt ein Mensch für immer
Und du begreifst,
dass du das Liebste verloren hast.
Mit meinerMama konnte man Pferde steheln - sie war für jeden Spaß zu haben. Als ich ungefähr 18 war und mein Papa abends etwas anderes vorhatte, fuhren wir spontan mit dem Rad los. Wir landeten in meiner Lieblingsdisko "Old Germany". Viele meiner Freunde kannten Mama ohnehin und waren begeistert, uns beide zu sehen. Chef Rudi ließ es sich nicht nehmen, meine Mamutschka unter seine Fittiche zu nehmen. Wir saßen an der runden Theke und ließen uns den Sekt schmecken. Jeder begrüßte Mama und hielt ein Schwätzchen mit ihr. Irgendwann ging ich nach oben auf die zweite Ebene der Disko. Nach einer Weile kam meine damalige beste Freundin aufgeregt auf mich zu: "Kirsten, Du glaubst es nicht, wenn ich Dir das erzähle." Ich fragte:" Was ist denn passiert?" Sie:"Deine Mama raucht." Ich: Nein, Du willst mich verkohlen." "doch!!!" Das konnte ich wirklich nicht glauben. Ich ging also wieder runter und sah: meine Mama mit einer Zigarette im Mund." Mir blieb die Spucke weg. Meine Augen musste ich mir reiben - mehrfach. Ich rief:"Mamaaaa, was machst Du da?" Sie grinste mich nur an:"Lass mich doch auch mal." Ich ging wieder hoch. Eine halbe Stunde später kam ich erneut runter. Was ich nun sah und hörte, war noch weniger zu glauben: Mama hatte eine wahre Traube meiner Bekannten und Freunde um sich und unterhielt buchstäblich die gesamte Theke. "Du hast eine so coole Mum", hörte ich nur noch von meinen Leuten. Wir hatten so viel Spaß an diesem Abend. Das werde ich nie vergessen.
Ausflüge über Ausflüge haben Mama und ich zusammen gemacht. Oft sind wir einfach spontan ins Auto gestiegen und ins Blaue gefahren. Immer der Nase nach - ohne Ziel. Gerne auch mal Feldwege und haben so viele schöne Gegenden erkundet. Es waren so schöne Erlebnisse, denen ich in meinen Erinnerungen immer einen besonderen Platz einräumen werde.
Eine von Mamas vielen guten Eigenschaften war, dass sie grundsätzlich unvoreingenommen an alles herangegangen ist und immer offen für Neues war. Das habe ich an ihr bewundert und versuche, es ihr gleich zu tun. Sozial denken und handeln war für sie ein wichtiger Teil ihres Lebens. Wenn jemand sie um Hilfe gebeten hat, hat sie nie nein gesagt. Ihre liebevolle Art, auf Menschen zuzugehen war beispielhaft. Mama hatte ein wahres Herz aus Gold.
Wenn ich an Mama denke, kommen mir automatisch unsere unzähligen Spieleabende in den Sinn. Ob Brettspiele, Würfeln oder Kartenspiele - wir haben so viel gelacht.
Mama war eine gute Verliererin und freute sich wie ein Kind, wenn sie gewonnen hat.
To be continued ...
Erinnerung
Bist lange schon von dieser Welt,
für mich bist Du noch da,
wie schmerzlich auch die Trennung fällt,
ich seh` Dich hell und klar.
Im Traum ist alles unverrückt,
hast alles fest im Griff,
wir hören zu und sind beglückt,
Du gibst den letzten Schliff.
Die Zeit vergeht, wir alle rennen,
doch Du bleibst fest im Herz,
was uns bedrückt, Du wirst es kennen,
Du weißt um unseren Schmerz.
Doch glaube mir, Du bist niemals fern,
kannst immer uns verstehn,
Du lebst auf einem schönen Stern,
bis wir uns wieder sehn.
t
Ich bin so stolz auf Dich, Mama.
Ich vermisse es, Dir gegenüber zu sitzen und Dir zuzuschauen, wie Du aus kleinen Glassplittern die schönsten Dekorationen herstellst - mit einer Engelsgeduld.
In filigranster Feinarbeit hast Du sie per Hand unter Wasser geschliffen, mit Kupferdraht umwickelt und gelötet und gelötet und gelötet ... Und dabei haben wir die schönsten Gespräche geführt ... über alles, was uns bewegt hat. Kein Thema haben wir ausgelassen.
Fast immer brannte eine Kerze auf dem Tisch.
Es war immer so urgemütlich in Deiner Nähe. Mama, ich sehne mich danach,
in Deine lieben Augen zu schauen.
Ich denke so gerne an meine Kindheit. Du warst immer für mich da. Hast so viel mit Andreas und mir unternommen und uns bestärkt in allem, was wir gemacht haben. Auf die höchsten Bäume klettern, im Dreck spielen, die Gegend erkunden, mit den Nachbarkindern toben, Radfahren lernen, Ballspielen rund ums Haus und und und ....
Noch heute sehe ich mich die Kiesgruben in der Umgebung runterpurzeln. Natürlich immer unter Deiner Aufsicht.Was hatten wir Kinder einen Spaß. Du und die anderen Mütter - ihr habt euch immer die tollsten Sachen und Spiele für uns ausgedacht.
Deine Kreativität kannte keine Grenzen.
Wie gern haben wir mit Dir gebastelt ... Drachen bauen ... Ostereier bemalen .... Origami-Figuren formen ... und so vieles mehr ... Eine besonders schöne Tradition war in der Adventszeit das Backen und Bauen süßer leckerer Knusperhäuschen. Du hast die "Maurerarbeiten" gemacht und wir durften nach Herzenslust verschönern und verzieren - mit Smarties, Zuckerguss und Liebesperlen. Unsere Begeisterung war uns immer ins Gesicht "gezeichnet". Denn nicht jedes Smartie landete auf dem Kunstwerk ;-) ...
Ich werde mal wieder die Schatzkiste der Erinnerungen erweitern ... Es gibt so viele kleine "Diamantsterne" in meiner Gedankenwelt.
Gerade ist wieder die Zeit der Erdbeeren. Und ich führe unsere Tradition weiter. Einmal im Jahr eine ganze Stiege vom Feld kaufen und "Erdbeeren satt" essen. Eine große Schale abgewaschene Früchte mitten auf den Tisch ... ein kleines Schälchen Zucker daneben .... und einen Pott süßer Schlagsahne dazu ... Erdbeeren in den Zucker stecken ... Ein Häubchen Sahne oben drauf .... und einfach nur genießen *yamyamyam*
Wenn uns danach war, haben wir die leckeren Erdbeeren direkt vom Feld gepflückt ... Und in dieser Zeit schon die gleiche Menge nebenbei gekimmelt ;-))) ... Dabei haben wir beide um die Wette gestrahlt ... Ich muss schmunzeln, wenn ich daran denke!!!
Ach Mama, wir haben so oft miteinander telefoniert - mindestens einmal am Tag ... meistens öfter ....
Obwohl wir in den letzten Jahren weit voneinander entfernt gewohnt haben, waren wir uns auf diese Weise so nahe. Wir konnten uns so gegenseitig am Leben des Anderen intensiv teilhaben lassen.
Wir lachten miteinander. Trösteten uns, wenn es sein musste. Schmiedeten Pläne und tauschten alle wichtigen und unwichtigen Neuigkeiten aus. Jedes Deiner Worte gab mir das Gefühl, und endlich geliebt und als Tochter gebraucht zu werden. So wie ich Dich als Mama und beste Freundin brauchte.
Ich hätte so gerne eine Standleitung in den Himmel *träum* ...